🏡 Hausbau-Entscheidungen – Teil 4
Speisekammer – sinnvoll oder überflüssig? Lohnt sie sich im Neubau wirklich?
Die Vor- und Nachteile im Vergleich – inklusive unserer Empfehlung für deinen Grundriss
Speisekammer – braucht man sie heute überhaupt noch?
Früher gehörte sie fast selbstverständlich zu jedem Einfamilienhaus.
Heute wird sie bei vielen Neubauten gestrichen.
Stattdessen setzen Küchenhersteller auf große Hochschränke, clevere Auszugssysteme und jede Menge Stauraum direkt in der Küche.
Da stellt sich schnell die Frage:
Brauche ich überhaupt noch eine Speisekammer?
Die Antwort lautet wie so oft:
Es kommt darauf an – aber wahrscheinlich häufiger, als viele Bauherren denken.
Denn eine Speisekammer ist längst nicht nur ein Raum für Konservendosen und Nudeln. Sie schafft Ordnung, entlastet die Küche und bietet Platz für viele Dinge, die im Alltag sonst schnell stören.
Gleichzeitig kostet sie wertvolle Wohnfläche und verursacht zusätzliche Baukosten.
In diesem Artikel schauen wir uns beide Seiten ehrlich an und helfen dir dabei, die richtige Entscheidung für deinen Grundriss zu treffen.
Natürlich bekommst du am Ende – wie in allen Artikeln unserer Serie „Hausbau-Entscheidungen“ – eine klare Empfehlung.
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| Wenn dir besonders wichtig ist… | Dann empfehlen wir… |
|---|---|
| möglichst viel Stauraum | ✅ Speisekammer |
| eine aufgeräumte Küche | ✅ Speisekammer |
| große Wocheneinkäufe | ✅ Speisekammer |
| möglichst geringe Baukosten | ✅ Hochschränke |
| kompakte Grundrisse | ✅ Hochschränke |
| viele Küchengeräte | ✅ Speisekammer |
| offenes Wohnen | ✅ Speisekammer |
| wenig Wohnfläche | ✅ Hochschränke |
Im weiteren Verlauf erklären wir dir, warum diese Empfehlungen in der Praxis häufig die beste Lösung sind.
Warum diese Entscheidung so wichtig ist
Viele Bauherren beschäftigen sich intensiv mit der Größe der Küche.
Die Frage nach dem Stauraum kommt dagegen oft erst viel später.
Dabei entscheidet genau dieser Punkt darüber, ob deine Küche auch nach fünf oder zehn Jahren noch ordentlich und funktional wirkt.
Überlege einmal, was heute alles in einer Küche untergebracht werden muss:
- Lebensmittelvorräte
- Getränkekisten
- Küchenmaschine
- Mixer
- Heißluftfritteuse
- Backformen
- Raclette
- Fondue
- Küchenrolle
- Vorratsdosen
- Tierfutter
- Reinigungsmittel
Das ist deutlich mehr als noch vor zwanzig Jahren.
Wer dafür keinen Platz einplant, stellt viele Dinge automatisch auf Arbeitsplatten oder in Oberschränke.
Die Küche wirkt dadurch schnell unruhig und kleiner als sie eigentlich ist.
Speisekammer oder Hochschränke?
Genau genommen lautet die eigentliche Frage heute nicht:
Speisekammer – ja oder nein?
Sondern:
Reicht eine moderne Küche mit vielen Hochschränken aus oder bringt eine separate Speisekammer echte Vorteile?
Beides kann funktionieren.
Entscheidend ist, wie du deinen Alltag gestaltest.
Die Vorteile einer Speisekammer
1. Deutlich mehr Stauraum
Der größte Vorteil liegt auf der Hand:
Eine Speisekammer schafft zusätzlichen Stauraum, ohne die Küche zu überladen.
Dort lassen sich unter anderem verstauen:
- Getränkekisten
- Vorräte
- Küchenmaschinen
- Backzutaten
- Konserven
- Großpackungen
- Getränkevorräte
- Tierfutter
Dadurch bleiben Arbeitsflächen frei und die Küche wirkt automatisch aufgeräumter.
👉 Wie groß eine Speisekammer idealerweise sein sollte, erfährst du in unserem Artikel „Mindestgröße Speisekammer“.
2. Eine offene Küche bleibt aufgeräumt
Gerade offene Küchen leben von einer ruhigen Optik.
Doch genau hier entsteht häufig ein Problem:
Küchenmaschinen, Getränkekisten oder große Vorräte passen optisch nicht in einen modernen Wohnbereich.
Mit einer Speisekammer verschwinden diese Dinge einfach hinter einer Tür.
Die Küche wirkt dadurch deutlich hochwertiger.
👉 Wenn du noch unsicher bist, welche Küchenform besser zu dir passt, empfehlen wir dir außerdem unseren Vergleich „Offene oder geschlossene Küche?“.
3. Großeinkäufe werden einfacher
Viele Familien kaufen heute nur noch einmal pro Woche ein.
Manche bestellen Getränke oder Lebensmittel sogar direkt in größeren Mengen.
Eine Speisekammer bietet genügend Platz, um diese Einkäufe ordentlich zu lagern.
Du musst nicht jedes freie Küchenfach bis oben hin füllen.
4. Mehr Flexibilität
Eine Speisekammer verändert sich im Laufe der Jahre.
Heute lagerst du dort vielleicht Getränke und Lebensmittel.
Später kommen hinzu:
- Babyflaschen
- Vorräte für Kinder
- Backzubehör
- Einmachgläser
- Küchengeräte
- Tierbedarf
Der Raum passt sich deinem Leben an.
5. Die Küche wirkt größer
Das klingt zunächst widersprüchlich.
Tatsächlich wirkt eine Küche mit weniger sichtbaren Gegenständen fast immer großzügiger.
Eine Speisekammer trägt genau dazu bei.
Nicht weil sie die Küche vergrößert, sondern weil sie sie entlastet.
Gerade moderne Küchen mit einer Insel profitieren enorm davon.
👉 Mehr dazu findest du auch im Artikel „Mindestgröße Kücheninsel“.
Die Nachteile einer Speisekammer
Natürlich hat eine Speisekammer nicht nur Vorteile.
Sie benötigt zusätzliche Wohnfläche
Jeder Quadratmeter kostet Geld.
Eine Speisekammer nimmt Platz ein, der auch der Küche oder dem Wohnbereich zugutekommen könnte.
Vor allem bei kleineren Häusern muss deshalb genau abgewogen werden.
Höhere Baukosten
Mehr Fläche bedeutet:
- mehr Boden
- mehr Wände
- mehr Türen
- mehr Beleuchtung
Dadurch steigen die Baukosten.
Wer möglichst kompakt bauen möchte, entscheidet sich deshalb häufig gegen einen separaten Vorratsraum.
Schlechte Planung verschenkt Potenzial
Nicht jede Speisekammer ist automatisch praktisch.
Zu kleine Räume, zu tiefe Regale oder ein ungünstiger Standort führen schnell dazu, dass der Raum kaum genutzt wird.
Eine gut geplante Speisekammer ist deshalb wichtiger als eine möglichst große.
👉 Tipps dazu findest du in unserem ausführlichen Ratgeber „Mindestgröße Speisekammer“.
Die Vorteile moderner Hochschränke
Nicht jeder Grundriss bietet Platz für eine separate Speisekammer. Moderne Küchen können diesen Nachteil jedoch häufig ausgleichen.
Hochschränke bieten heute erstaunlich viel Stauraum und lassen sich individuell an deine Bedürfnisse anpassen.
1. Keine zusätzliche Wohnfläche notwendig
Der größte Vorteil liegt auf der Hand:
Alle Vorräte befinden sich direkt in der Küche.
Du benötigst keinen zusätzlichen Raum und sparst wertvolle Wohnfläche.
Gerade in kleineren Einfamilienhäusern oder Bungalows kann das ein entscheidender Vorteil sein.
2. Kurze Wege
Alles befindet sich griffbereit.
Du musst den Raum beim Kochen nicht verlassen, um Zutaten oder Küchenutensilien zu holen.
Das macht Arbeitsabläufe besonders effizient.
3. Geringere Baukosten
Da kein zusätzlicher Raum gebaut werden muss, lassen sich Baukosten einsparen.
Dieses Budget kann beispielsweise in eine hochwertigere Küche oder bessere Elektrogeräte investiert werden.
4. Moderne Stauraumlösungen
Heute bieten Küchenhersteller zahlreiche clevere Lösungen:
- Apothekerschränke
- Innenauszüge
- Eckschränke
- Vorratsschränke
- Schubladen mit Vollauszug
Dadurch wird der vorhandene Platz optimal genutzt.
5. Kompakter Grundriss
Vor allem in kleineren Häusern zählt jeder Quadratmeter.
Hier können gut geplante Hochschränke sinnvoller sein als eine sehr kleine Speisekammer, die am Ende kaum genutzt wird.
Die Nachteile von Hochschränken
Natürlich ersetzen Hochschränke nicht jede Speisekammer.
Begrenzter Stauraum
Auch die größte Küche stößt irgendwann an ihre Grenzen.
Besonders sperrige Gegenstände wie Getränkekisten, Küchenmaschinen oder Vorräte in Großpackungen benötigen überraschend viel Platz.
Die Küche wirkt schneller unruhig
Wenn alle Vorräte in der Küche untergebracht werden müssen, sind Arbeitsflächen oft schneller voll.
Gerade in offenen Wohnküchen fällt das sofort auf.
Weniger flexibel
Eine Speisekammer kann sich im Laufe der Jahre verändern.
Hochschränke bleiben dagegen immer Teil der Küche.
Wer später deutlich mehr Stauraum benötigt, kann diesen nur schwer ergänzen.
Für wen eignet sich welche Lösung?
Jetzt wird die Entscheidung konkreter.
Du hast eine offene Küche
Unsere Empfehlung:
✅ Speisekammer
Sie sorgt dafür, dass Vorräte, Getränkekisten und Küchengeräte aus dem Blickfeld verschwinden.
Die offene Küche wirkt dadurch dauerhaft aufgeräumter.
Du baust ein kleines Haus
Dann können gut geplante Hochschränke die bessere Lösung sein.
Wenn jeder Quadratmeter zählt, ist zusätzlicher Wohnraum oft wertvoller als ein separater Vorratsraum.
Du kaufst häufig auf Vorrat ein
Dann würden wir klar zur Speisekammer raten.
Sie bietet genügend Platz für größere Einkäufe und verhindert überfüllte Küchenschränke.

Du kochst leidenschaftlich
Auch hier empfehlen wir meistens eine Speisekammer.
Backzutaten, Küchenmaschinen oder Spezialgeräte benötigen häufig deutlich mehr Platz als zunächst gedacht.
Du möchtest möglichst wenig Baukosten
Dann reichen moderne Hochschränke häufig vollkommen aus.
Voraussetzung ist allerdings eine gute Küchenplanung.
👉 Wie groß eine Küche dafür sein sollte, liest du im Artikel „Wie groß sollte eine Küche sein?“.
Die häufigsten Planungsfehler
Die Speisekammer wird zu klein geplant
Ein Raum von knapp einem Quadratmeter bringt meist wenig Mehrwert.
Plane lieber etwas mehr Fläche oder verzichte ganz darauf.
Zu tiefe Regale
Regale mit mehr als 40 bis 50 cm Tiefe führen oft dazu, dass Lebensmittel im hinteren Bereich vergessen werden.
Flachere Regale sorgen für deutlich mehr Übersicht.
Schlechter Standort
Die Speisekammer sollte möglichst direkt an die Küche grenzen.
Lange Wege werden im Alltag schnell lästig.
Hochschränke werden überschätzt
Viele Bauherren glauben, große Hochschränke ersetzen automatisch einen Vorratsraum.
Das stimmt jedoch nur dann, wenn der Stauraumbedarf tatsächlich gering ist.
Arbeitsflächen werden zugestellt
Fehlt Stauraum, landen Küchenmaschinen und Vorräte häufig dauerhaft auf der Arbeitsplatte.
Dadurch verliert die Küche schnell ihre großzügige Wirkung.
💡 Grundrisswissen-Praxistipp
Eine Speisekammer lohnt sich nicht wegen der Lebensmittel.
Sie lohnt sich wegen der Dinge, an die beim Planen kaum jemand denkt.
Getränkekisten, Küchenmaschinen, Backformen, Vorräte, Tierfutter oder die Heißluftfritteuse brauchen alle einen festen Platz.
Je mehr davon hinter einer Tür verschwinden, desto ruhiger und hochwertiger wirkt deine Küche.
🏆 Grundrisswissen-Score
| Kategorie | Speisekammer | Hochschränke |
|---|---|---|
| Stauraum | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Ordnung | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Flexibilität | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Alltag | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐ |
| Kosten | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Platzbedarf | ⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Zukunftssicherheit | ⭐⭐⭐⭐⭐ | ⭐⭐⭐ |
| Gesamtbewertung | 9,4 / 10 🏆 | 8,4 / 10 |
Unsere Empfehlung
Diese Frage hören wir regelmäßig:
„Würdet ihr heute noch eine Speisekammer einplanen?“
Unsere Antwort lautet:
Ja – wenn dein Grundriss und dein Budget es zulassen.
Aus unserer Erfahrung gehört die Speisekammer zu den Räumen, die viele Bauherren zunächst streichen und später am häufigsten vermissen.
Sie sorgt für mehr Ordnung, entlastet die Küche und schafft wertvollen Stauraum, der sich im Alltag schnell bezahlt macht.
Eine Ausnahme bilden sehr kompakte Häuser.
Wenn jeder Quadratmeter zählt, können gut geplante Hochschränke eine hervorragende Alternative sein.
Unser Rat lautet deshalb:
Plane lieber etwas mehr Stauraum ein, als du heute für notwendig hältst. Die meisten Familien benötigen im Laufe der Jahre mehr Platz – nicht weniger.
Weitere Videos findest du auf YouTube oder Instagram.
FAQ
Braucht man heute überhaupt noch eine Speisekammer?
Ja, wenn du regelmäßig kochst, auf Vorrat einkaufst oder eine offene Küche planst. In kleineren Häusern können Hochschränke jedoch ausreichend sein.
Was ist besser – Speisekammer oder Hochschrank?
Das hängt von deinem Grundriss ab. Eine Speisekammer bietet mehr Stauraum und Flexibilität, Hochschränke sparen dagegen Wohnfläche.
Lohnt sich eine Speisekammer bei einer offenen Küche?
Aus unserer Sicht eindeutig ja. Sie hilft dabei, die Küche dauerhaft aufgeräumt wirken zu lassen.
Wie groß sollte eine Speisekammer sein?
Für die meisten Einfamilienhäuser empfehlen wir etwa 3 bis 4 m². Mehr dazu erfährst du im Artikel „Mindestgröße Speisekammer“.
Kann ein Hauswirtschaftsraum die Speisekammer ersetzen?
Teilweise. Viele Vorräte lassen sich dort unterbringen. Lebensmittel sollten jedoch möglichst trocken und gut erreichbar gelagert werden.
Was gehört in eine Speisekammer?
Zum Beispiel:
– Lebensmittelvorräte
– Getränkekisten
– Küchenmaschinen
– Backzutaten
– Tierfutter
– Konserven
– Haushaltsvorräte
Fazit
Ob sich eine Speisekammer lohnt, hängt in erster Linie von deinem Alltag und deinem Grundriss ab.
Wenn du gerne kochst, regelmäßig größere Einkäufe erledigst oder eine offene Küche planst, ist eine Speisekammer aus unserer Sicht eine der sinnvollsten Investitionen in den Wohnkomfort.
In kleinen Häusern mit begrenzter Wohnfläche können moderne Hochschränke dagegen eine praktische Alternative sein.
Unser wichtigster Rat lautet deshalb:
Plane deinen Stauraum nicht für den Einzug, sondern für die nächsten 20 Jahre. Viele Familien unterschätzen ihren tatsächlichen Platzbedarf – und genau deshalb wird eine gut geplante Speisekammer später so häufig geschätzt.
Du planst gerade deine Küche?
Mit meiner Checkliste Küchenplanung hast du die wichtigsten Maße und Planungstipps immer griffbereit: von Mindestabständen und Bewegungsflächen über Küchenformen und Kücheninsel bis hin zu Stauraum und Speisekammer.
So kannst du deinen Küchenentwurf Schritt für Schritt überprüfen und typische Planungsfehler frühzeitig erkennen.
→ Zur Checkliste Küchenplanung
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Wenn du deine Küche planst, empfehlen wir dir außerdem:
- Wie groß sollte eine Küche sein?
- Offene oder geschlossene Küche?
- Mindestgröße Speisekammer
- Mindestgröße Kücheninsel
- Mindestgröße Hauswirtschaftsraum
- Mindestgrößen im Hausbau
